Die Gerbereien.

Einst ein Hort des üblen Geruchs, in speziellen Vierteln 

weit vor den Toren der mittelalterlichen Städte untergebracht.
Umweltverschmutzer und Brutstätten von Krankheiten und Fäulnis. Heimat von Ratten und wilden Hunden, die sich um die verfaulten Reste der Lederherstellung stritten.

Heute: traditionsreiche, oft in x-ter Generation weitergeführte Handwerksbetriebe. Althergebrachtes wird bewahrt, Neues nicht per se als Hexenwerk betrachtet. So entstanden und entstehen Leder von teilweise überragender Qualität, jenseits von dem, was die Industrie für massenhaft hergestellte Billigprodukte verlangt.

Im Anhang ein kleiner, unvollständiger Auszug der Gerbereien von denen ich meine Leder beziehe.


 

Gerberei und Lederhandlung Schatz 
Pill/ Tirol

Die Gerberei Schatz wurde schon 1536 gegründet und immer als Familienbetrieb geführt. Es handelt sich um einen traditionsreichen Gerberbetrieb, der ausschließlich mit natürlichen Gerbstoffen arbeitet. 

Vincenz Schatz, Jahrgang 1867, hat am 4. Juli 1903 das handwerksmäßige Gewerbe des Rotgerbers bei der k.uk. Bezirkshauptmannschaft Schwaz angemeldet. 

1933 übernahm Richard Pinter den Betrieb und führte ihn bis zum Jahre 1971. 

Danach übernahm Vincenz Pinter die Gerberei, welche seit 22.12.1993 bis jetzt Vincenz-Lukas Pinter führt. 
Wer einmal das Glück hatte, sich in der Gerberei umsehen zu dürfen, wird den Anblick der verschachtelten, im Laufe der Zeit gewachsenen Räume und ihren antik anmutenden aber immer noch funktionierenden Maschinen so schnell nicht vergessen. Leder mit Handschlagqualität.

 


 

Gerberei David Schmid
Metzingen/Baden-Württemberg  

Die Gerberei Schmid wird nun bereits in 5.er Generation geführt und produziert Leder bereits seit über 125 Jahren, man hat sich auf die folgenden Artikel spezialisiert: 

Lohgare Fahl- und Blankleder in ganzen Häuten, Hälsen, Flanken und Spalten, naturell und gefärbt für Sitzmöbel, Schuhe, Taschen, Gürtel, Sportartikel, Orthopädie und technische Zwecke. 

Ein außerordentliches Beispiel für konstante Qualität und[sg1]  einen funktionierenden Generationenbetrieb. 


Conceria Carlo Badalassi 

San Miniato/Toskana 

Badalassi Carlo ist eine toskanische Gerberei die 100% bestes vegetabil-also rein pflanzlich gegerbtes Leder herstellt. Der Betrieb ist vergleichsweise jung, nur 40 Jahre, aber erzeugt Leder höchster Güte. Man sagt von sich, dass die Gerberei den Charakter des Landstriches widerspiegelt, eines Landstriches, in dem die althergebrachten Werte immer noch ein fester Bestandteil des Lebens sind.  Badalassi Leder finden vor allem bei Feintäschnern und in der Schuhherstellung Verwendung, wenn es um höchste Ansprüche geht.

 

 

Conceria Walpier

Ponta a Egola/Toskana 


Die Gerberei Walpier ist ebenfalls im Vergleich zu heimischen Gerbereien ein Jugendlicher. In der Toskana beheimatet, in unmittelbarer Nähe zu anderen, bekannten Gerbereien, ist die Spezialität von Walpier auch das rein pflanzlich gegerbte Leder.
 

Die Gerberei gehört wie einige andere toskanische Hersteller zum "Consorzio Vera Pelle Italiana Conciata al Vegetale ".

 Wenn man als Eingeweihter von: „Buttero, Dollaro und Burro“ liest, weiß man-es handelt sich um weltweit gefragtes Leder von feinster Beschaffenheit. 

 

 

Wickett & Craig
Curwensville/Pennsylvania


W & C ist ein weltbekannter Hersteller vegetabil und chrom/vegetabil gegerbter Leder. Seine Heimat haben die Leder in den USA, in Pennsylvania. Gegründet 1867, einer von zwei !!! letzten Herstellern von Ledern in dieser Qualität in den Vereinigten Staaten.  Ein ebenso bemerkenswerter Betrieb der seine Leder vor allem in der Erzeugung von Reitsportartikeln wiederfindet. Wickett & Craig Leder haben einen festen Platz bei Sattelmachern, aber auch bei Herstellern von High-End-Lederwaren. Zum Beispiel das „English Bridle Leather“ ist ein Genuss-zum Verarbeiten und auch in verarbeiteter Form. Auch sehr bekannt ist das Riemenleder "Russet".  

Dieses besondere und robuste Blankleder ist vor allem durch seine unglaubliche Stärke von ca. 6 mm schon ein Dinosaurier in der Lederlandschaft. Da freuen sich die Finger beim Handnähen;-)