Handgemachtes Lederhosenmesser, ein Jagdnicker, mit einem Griff aus einem Schlauch vom Gamsbock, versilberter Zwinge mit Eichenblatt-Motiv, Abschluss aus in den Hohlraum vergossenem Hartzinn, Klinge aus Stahl 4116 mit einer Härte von ca. 56 HRC.
Die Klinge mit den obligaten 10 cm wurde erstens hochglanzpoliert,
und zweitens mit bald in Vergessenheit geratenden Arbeitsschritten tiefengeätzt.
Dazu wurde diese Ätzung in Buntätzung ausgeführt, diese Technik beherrschen nur mehr eine Handvoll ältere Herren in den Solinger Messerwerkstätten.
Sobald sich diese außerstande sehen, selbst im hohen Alter noch dieser Arbeit nachzugehen, wird es wohl nur mehr simpel gelaserte Messerklingen geben.
Steril, alle gleich, und in ihrer Uniformität äußerst langweilig!
Das hat dann mit Handwerk rein gar nichts mehr zu tun, denn allein die Tiefe der Ätzungen ist haptisch ein Leckerbissen!
Griff aus Gamskrickerl,
Knauf am Griffende aus „British Metal“, also einer harten Zinnlegierung, die in den Hohlraum in flüssiger Form heiß eingegossen und dann verschliffen und poliert wurde, dazu eine robuste Lederscheide mit Druckknopfverschluss.
Diese wurde rein von Hand im Sattlerstich vernäht, innen befindet sich ein sog. „Keder“, der ein unbeabsichtigtes Zerschneiden der Naht weitgehend verhindern wird.
Zu guter Letzt wurde die Klinge gebrauchsfertig geschliffen und abgezogen, ist also recht scharf – Aufgepasst beim „Aus-der-Scheide-ziehen“, da hat schon mancher die Lederscheide beim ersten Mal schon schwer beschädigt!